Eigentlich wollte ich heute über die aktuelle Glossybox berichten. Leider liegt meine Glossybox aber streikbedingt seit einer Woche im Zielpaketzentrum und wird einfach nicht ausgeliefert- seuftz. Natürlich kann ich mich nicht davon freisprechen, dass es mich wahnsinnig ärgert, dass meine Pakete einfach nicht zugestellt werden. Da stellt sich mir doch die Frage:

Warum streikt die DHL?

Genaugenommen streikt eigentlich gar nicht die DHL. Die Gewerkschaft ver.di hat die Tarifkräfte der deutschen Post zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. „Auslöser des schweren Tarifkonfliktes bei der Deutschen Post AG ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch den Aufbau von 49 Regionalgesellschaften für die Zustellung. Um diesen Vertragsbruch zu kompensieren, hatte ver.di zum 1. April die Bestimmungen zur Arbeitszeit gekündigt und fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich.“
Natürlich ist das jetzt etwas von mir gekürzt. Selbstverständlich war der Vorschlag etwas ausführlicher: „Das Gesamtpaket sah unter anderem eine Rückführung der 49 Regionalgesellschaften (DHL Delivery GmbHs) in den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG vor, eine Verlängerung der Schutzregelungen zu Kündigungen und Fremdvergabe, den Verzicht auf eine lineare Einkommenserhöhung in diesem Jahr und eine strukturelle Veränderung der bestehenden Entgelttabelle für alle neu eingestellten Beschäftigten, wonach diese künftig nicht mehr nach zwei, sondern erst nach drei Jahren in die jeweils nächsthöhere Erfahrungsstufe aufsteigen würden. Die Deutsche Post AG hatte dieses Angebot nicht angenommen.“ Quelle: http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++42922956-1c03-11e5-9252-5254008a33df

Das heißt, die Angestellten sollen im eigenen Unternehmen in Tochtergesellschaften, natürlich mit schlechteren Tarifverträgen, ausgelagert werden. (Lest Euch mal den Beitrag von Petra H. hier durch) Laut DHL, „um Wettbewerbsfähig zu bleiben“. Lest hier die Stellungnahme der DHL dazu: http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2015/dpdhl_tarifverhandlungen_update_08062015.html

Es geht also mal wieder darum, dass ein Konzern mit Milliarden Gewinnen (Für 2015 wird ein Gewinn zwischen 3,05 und 3,20 Milliarden Euro prognostiziert), Ihren Gewinn zu Lasten der Angestellten maximiert. Und das ist für mich ein absolutes Unding. Ich war nie in der Paketzustellung beschäftigt, aber ich denke, es kann sich jeder gut vorstellen, dass es sich um einen absoluten Knochenjob handelt, täglich hunderte Pakete auszutragen. Und seien wir mal ehrlich: Jeder von uns bestellt doch mittlerweile online irgendwelche Sachen. Zum einen aus Bequemlichkeit, zum anderen, weil das Angebot online wesentlich größer und teilweise auch günstiger ist, als vor Ort. Sicherlich sind einige Menschen auf den Online-Handel auch angewiesen. Ich denke hier vor allem an diejenigen, die körperlich nicht mehr dazu in der Lage sind, Einkaufstouren zu unternehmen oder Betriebe, die auf Lieferungen angewiesen sind. Natürlich trifft der Streik diese Personen ganz besonders hart und ich hoffe, dass sich die Streiks nicht all zu lange hinziehen.

Für die meisten von uns ist es doch aber einfach Luxus online zu bestellen und nicht selbst los zu müssen. Lebenswichtige Dinge wie Nahrung, Wasser und Medikamente bekommt man zum Glück vor Ort. Ich finde, dass derjenige, der mir meine mit Freude erwarteten Luxusgüter bringt, einen angemessenen Lohn verdient hat. Ich bin froh, dass wir in einem demokratischen Staat leben, in dem das Streikrecht sogar im Grundgesetz verankert ist.

Ich denke der geballte Zorn der Massen sollte sich nicht gegen die streikenden Mitarbeiter wenden, sondern gegen die ganz oben, die, sinnbildlich gesprochen, in Ihrem Elfenbeinturm leben und sich die Taschen mit Zahlungen aus Dividenden vollstopfen, ohne auch nur mal ein Paket ausgefahren zu haben. Gebt Euch einen Ruck und nehmt die Tarifverhandlungen wieder auf.

Ich persönliche versuche mich derweil mit der Verzögerung zu arrangieren. Auch wenn ich wahnsinnig ungeduldig bin und endlich meine mittlerweile 4 Pakete haben möchte.

Nichts desto trotz wünsche ich euch einen zauberhaften Start in die Woche.

Eure Lilacture